Samstag, 16. Juni 2007
Dashiell Hammett [Fester Link zum Beitrag]
Der volle Name des Krimi-Schriftstellers lautet Samuel Dashiell Hammett. Sein “middle name”, den er später als einzigen Vornamen führte, ist eine amerikanisierte Schreibweise des französischen Nachnamens De Chiel. In Anlehnung an die Betonung im Französischen, die stets auf der letzten Silbe liegt, muss man den Autor wie folgt aussprechen: [dæˈʃiːl ˈhæmət]. Andere Personen, die denselben Vornamen tragen, sprechen ihn allerdings [ˈdæʃl̩] – ob bewusst oder in Unkenntnis seiner Herkunft. Ein Ausweg aus dem Dilemma: Die Kurzform Dash, mit der sich auch Hammett rufen ließ, lautet stets [dæʃ] und befreit durch Einsilbigkeit von der Sorge um die richtige Betonung.



Donnerstag, 14. Juni 2007
Michael Ondaatje [Fester Link zum Beitrag]
Das Gegengewicht zum Niederländer Mulisch, dessen Name eine englische Aussprache nahezulegen scheint, bildet Michael Ondaatje. Es bedarf keiner Niederländischkenntnisse, um sich bei seinem Namen die korrekte Lautung zu erschließen. Ondaatje, geboren in Ceylon (heute: Sri Lanka), hat unter anderem tamilische, singhalesische, portugiesische und nicht zuletzt niederländische Vorfahren; die Letzteren dürften den Nachnamen des Schriftstellers geliefert haben. Der lebt heute in Kanada und schreibt nur auf Englisch, so seinen bekanntesten Roman “The English Patient” (1992). Seinen Namen spricht man daher wie folgt aus: [ˈmaɪkl̩ ɔnˈdɑːtʃiː]. Diese Transkription berücksichtigt nicht das sogenannte Canadian raising, bei dem die Diphthonge [aɪ] und [aʊ] vor stimmlosen Lauten mit geschlossenerem zentralisiertem ersten Element gesprochen und dann meist [əɪ] und [əʊ] transkribiert werden, da zahlreiche Kanadier diese phonetische Besonderheit in ihrem Idiolekt nicht aufweisen.



Montag, 11. Juni 2007
Bei Wer wird Millionär?, der deutschen Ausgabe der Quizshow Who Wants to Be a Millionaire?, wurde heute gefragt, welche Sängerin den Physiknobelpreisträger Max Born zum Großvater hatte. Es handelt sich um Olivia Newton-John. Als eine der falschen Antwortmöglichkeiten war die amerikanische Folksängerin Joan Baez genannt. Der Kandidat, der die Frage später unbeantwortet ließ, sprach ihren Nachnamen spontan [bɛːs] aus. Knapp daneben ist auch vorbei. Die korrekte Aussprache des kompletten Namens lautet wie folgt: [dʒoʊn ˈbaɪz]. Ganz einfach – wenn man es weiß.



Samstag, 9. Juni 2007
US-Präsidentschaftskandidaten 2008 der Demokraten [Fester Link zum Beitrag]
Nach derzeitigem Stand bewerben sich sieben Männer und eine Frau darum, im kommenden Jahr als Kandidat der Demokratischen Partei für die US-Präsidentschaft anzutreten – ein in Deutschland schwer vorstellbares Verfahren, bei dem Spendengelder gesammelt und in Vorwahlen um die Wählergunst gebuhlt wird. Als da wären in alphabetischer Reihenfolge:

– Joe Biden: [dʒoʊ ˈbaɪdn̩]
– Hillary Rodham Clinton: [ˈhɪləɹi ˈɹɑːdəm ˈklɪntn̩]
– Christopher Dodd: [ˈkɹɪstəfɚ dɑːd]
– John Edwards: [dʒɑːn ˈɛdwɚdz]
– Mike Gravel: [maɪk ɡɹəˈvɛl]
– Dennis Kucinich: [ˈdɛnɪs kuˈsɪnɪtʃ]
– Barack Obama: [bəˈɹɑːk oʊˈbɑːmə]
– Bill Richardson: [bɪl ˈɹɪtʃɚdsn̩]



Freitag, 8. Juni 2007
Von seinem Engagement für Afrika mag jeder halten, was er möchte. Die Aussprache des Künstlernamens des U2-Sängers, bürgerlich Paul David Hewson, sollte allerdings auch in kritischen Berichten korrekt sein. Für Sprecher einer irischen Varietät des Englischen lautet das Alias des Musikers: [ˈbɑnoː]. Der lot-Vokal bleibt im Hiberno-Englischen, wie in der amerikanischen Standardaussprache und anders als in der Received Pronunciation, ungerundet. Verwandtschaft zur anderen Seite des großen Teichs beweist auch der boat-Vokal, der im irischen Englisch – wie in einigen amerikanischen Dialekten – monophthongisiert wird. Nicht erkennbar an diesem Namen ist, dass Hiberno-Englisch weitgehend rhotisch ist.



Donnerstag, 7. Juni 2007
45 Jahre seit dem Tod der Popikone sind verstrichen, in denen außerhalb der Anglophonie kaum Notiz von der korrekten Aussprache ihres Nachnamens genommen wurde. Die Be­tonung muss korrekterweise auf der zweiten Silbe liegen, also: [ˈmæɹəlɪn mənˈɹoʊ]. Wie im Amerikanischen üblich, ist das i im Vornamen, von [ɪ] ausgehend, weiter zu [ə] zentralisiert; im Nachnamen steht der im Gegensatz zum britischen [əʊ] geschlossenere Diphthong.



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