DAS PHONETIK-BLOG [foˈneːtɪkˌblɔk]
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Donnerstag, 30. August 2007
Osaka und Akihito [Fester Link zum Beitrag]
Derzeit findet in Ōsaka (Japanisch: 大阪) die Leichtathletik-WM statt. Im Deutschen hat sich eine Aussprache mit betonter zweiter Silbe eingebürgert, die so richtig oder falsch ist wie jede andere. Der Name der Stadt gehört zu den Wörtern, die keinen obligatorischen Akzent im Japanischen tragen; es gibt lediglich einen vorhersagbaren Pitch-Anstieg nach der ersten More. Man kann ihn daher [oˈːsaka] transkribieren. Die Lautung, die japanische Muttersprachler produzieren, hört sich für Europäer an, als werde das Wort auf der ersten Silbe akzentuiert. Ich benutze und empfehle diese Betonung, aber einen zwingenden Grund dafür gibt es aus Sicht des Japanischen nicht. – Anders verhält es sich beim Namen des japanischen Tennō, also Kaisers, Akihito (Japanisch: 明仁). Dieser spricht sich [aˈkiˌçi̥to]. Vokale, insbesondere /i/ und /ɯ/, werden zwischen stimmlosen Konsonanten in unbetonten Moren ebenfalls stimmlos – und zwar nicht nur bei schnellem Sprechen. Für Nicht-Japaner entsteht dabei oft der Höreindruck, der Vokal werde gar nicht artikuliert. Im Gegensatz zu der Betonung auf der zweiten Silbe – anstatt, wie im Deutschen üblich, auf der dritten – lässt sich der stimmlose Vokal in SAE-Sprachen wohl kaum reproduzieren.

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