DAS PHONETIK-BLOG [foˈneːtɪkˌblɔk]
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Sonntag, 8. Juli 2007
Heavy-Metal-Umlaut [Fester Link zum Beitrag]
Die US-amerikanische Rockband Blue Öyster Cult war eine der ersten Formationen, die sich dieser Schreibweise bediente. Meistens in Kombination mit einer Frakturschrift sollte dem Bandnamen damit ein »germanischer« Touch verliehen werden. Die britischen Motörhead waren wahrscheinlich die nächsten, gefolgt von Hüsker Dü, Mötley Crüe und einigen anderen. Eine Weiterentwicklung stellt die Diärese in Queensrÿche dar, die man in dieser Verbindung im Französischen vermuten würde. Noch einen Schritt weiter ging die Filmband Spın̈al Tap, die dem i einen Punkt nahm und dem n dafür gleich zwei verpasste. Bleibt nur eine Frage offen: Wie spricht man die Buchstaben mit Trema aus – das ö vielleicht [ø], das ü etwa [y]? Ganz falsch. Die Antwort ist viel banaler: Man spricht die Bandnamen, als seien die Diakritika gar nicht da. Motörhead sind phonetisch folglich [ˈməʊtəˌhɛd], und die Amerikaner Mötley Crüe entpuppen sich lediglich als ein bunter Haufen (engl. motley crew) mit der gewöhnlichen Lautung [ˌmɑːtliˈkɹuː]. Selbst bei Queensrÿche ist die Aussprache [ˈkwiːnzˌɹaɪk] längst nicht so überraschend wie die Grafie. Schade eigentlich.

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