DAS PHONETIK-BLOG [foˈneːtɪkˌblɔk]
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Dienstag, 26. Juli 2011
Wörter-[buːx] XVI [Fester Link zum Beitrag]
  • John Boehner: [ˌd͡ʒɑːn ˈbeɪ̯nɚ]
  • Breyell: [ˈbʁaɪ̯əl]
  • Goran Hadžić (Горан Хаџић): [ɡǒran xâd͡ʒit͜ɕ]
  • Petra Kvitová: [ˈpɛtra ˈkvɪtovaː]
  • Pyeongchang (평창): [ˈpʰjʌŋt͜ɕʰɐŋ]
  • Trương Tấn Sang: [˧ cɨ̯əːŋ ˧˥ tən ˧ saːŋ]
  • Utøya: [ʉ̂ːtœjɑ]
  • Tanguy Veys: [ˈtɑŋɣi ˈvɛɪ̯s]
Anmerkung zu Trương Tấn Sang: In Vietnam herrscht beträchtliche Variation, was die Aussprache von sowohl Konsonanten als auch Vokalen angeht. Die Buchstabenfolge ›tr‹ in Sangs Familiennamen etwa würde – statt [c] in der Varietät der Hauptstadt Hà Nội – in bestimmten Dialekten oder nördlicheren Regionen des Landes als [ʈ], [t͡ʂ] oder [z] ausgesprochen. Der Langvokal /aː/ wird an einigen Orten als [æ] realisiert. Auch dadurch bleibt die Abgrenzung zu den beiden anderen mit ›a‹ verschriftlichten Lauten gewahrt, die sich [ə] (im Fall von ›â‹) bzw. [ɐ] (im Fall von ›ă‹) sprechen. Darüber hinaus muss man darauf hinweisen, dass das IPA kein ausreichendes Repertoire an Diakritika bereithält, um die vietnamesische Phonetik adäquat zu notieren: Mehrere der sogenannten ›Töne‹ sind nicht nur durch eine Höhenkontur definiert, sondern werden zudem üblicherweise von einer zum Beispiel knarrenden oder gespannten Stimmqualität begleitet. Für Letztere bietet die hier verwendete Lautschrift kein Zeichen, sodass es dabei bleiben muss, den Tonhöhenverlauf auf ›Tấn‹ als aus mittlerer Lage steigend zu beschreiben.

Anmerkung zu Tanguy Veys: Der Vorname des flämischen Politikers stammt aus dem Bretonischen, wo er ›Tangi‹ geschrieben wird. ›Tanguy‹ ist die französierte Orthografie, wozu die Aussprache [tɑ̃ˈɡi] gehört. Im belgischen Niederländisch verschiebt sich der Akzent auf die erste Silbe; die Nasalierung des Vokals wird durch ein epenthetisches [ŋ] ersetzt. Zu den phonetischen Details des Niederländischen in Belgien ließe sich ein eigener Artikel schreiben, weshalb ich mich darauf beschränke, die folgende Eigenheit anzumerken: Diphthonge – damit meine ich nicht die in den Niederlanden oft diphthongisch realisierten Langvokale – werden in belgischen Varietäten oft monophthongisiert (oder völlig anders gesprochen, aber auch das ist ein eigenes Kapitel). Dabei ist vor allem bei [ɛɪ̯] und [œʏ̯] häufig ein Laut zu hören, der eine gelängte Variante des ersten Elements des Diphthongs darstellt. Konkret würde der Name ›Veys‹ dann [vɛːs] gesprochen; ›huis‹ (›Haus‹) würde [ɦœːs] lauten. Im Fall von [ɔʊ̯], dem dritten Diphthong, schwanken die Realisierungen stärker, wobei unter anderem [ʌː] vorkommt, was eine Entrundung und Längung des ersten Diphthongteils bedeutet. Angesichts der Vielzahl und Verbreitung regionaler Varietäten in Belgien müssen solch allgemeine Aussagen allerdings mit Vorsicht genossen werden.

Letzte Aktualisierung:
21. Januar, 15:07
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