DAS PHONETIK-BLOG [foˈneːtɪkˌblɔk]
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Montag, 28. Dezember 2009
Forvo: Letzte Nachlese [Fester Link zum Beitrag]
Im Grunde ist alles gesagt zu dem Thema, aber zwei besonders hübsche Perlen sollen hier noch ihren Platz finden. Da wäre zum einen das Wort ›abalienieren‹, das laut Wörterbuch entweder ›entfremden‹ oder ›verkaufen‹ bedeutet. Dies ließe bereits erahnen, dass der Begriff über das gleichbedeutende lateinische Präfixverb ›abaliēnāre‹ auf ›aliēnus‹ für ›fremd‹ zurückgeht. Unberührt von solchen Erkenntnissen sagt der User, der die Lautung bei ›Forvo‹ hochgeladen hat, [abaliˈniːʁən] – statt dem korrekten [ˌapˀali̯eˈniːʁən]. Er schlägt das ›b‹, wie etwa in ›Abalone‹, der zweiten Silbe zu, sodass es weitgehend stimmhaft bleibt, und versteht beide ›e‹ als Dehnungszeichen, obwohl dies nur für das zweite gilt. Womöglich sollte man das Trema im Deutschen wieder einführen und ›abaliënieren‹ schreiben. Ebenfalls und zum anderen missglückt ist die Aussprache des Juristen Samuel von Cocceji. Es hätte genügt, in der Wikipedia nachzusehen, um durch die dortige eher rudimentäre IPA-Angabe eine Idee zu bekommen, wie der Name gängigerweise artikuliert wird. Probiert man es ohne Netz und doppelten Boden, wird aus [kɔkˈt͜seːji], so heißt es richtig, eben [ˈkɔkəd͜ʒiː]. In der Autowerkstatt würde man so etwas wahrscheinlich einen Totalschaden nennen.

Letzte Aktualisierung:
21. Januar, 15:07
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