DAS PHONETIK-BLOG [foˈneːtɪkˌblɔk]
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Samstag, 5. Juli 2008
Madame Tussauds [Fester Link zum Beitrag]
Das Londoner Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds (auch im Englischen tatsächlich ohne Apostroph) hat neuerdings eine Niederlassung in Berlin. In der britischen Hauptstadt hatte Marie Grosholtz (1761–1850) das Museum 1835 gegründet – mit den Figuren ihres Onkels und unter dem Namen ihres ersten Mannes, François Tussaud. In Frankreich, wo sie ihn traf und auch wieder verließ, spricht man den heute quasi ausgestorbenen Nachnamen [tyˈso]. In Deutschland wird Madame Tussauds in der Regel [maˈdam tyˈsoːs] gesprochen. Wer des Französischen nicht kundig ist, mag die Schreibweise des Namens missdeuten und – wie oft gehört – bei [tuˈsoːs] herauskommen. Indes müsste im Französischen für diese Lautung der Name ›Toussaud‹ geschrieben werden. Im Englischen erübrigen sich derartige Überlegungen, da ein Äquivalent für das französische [y] ohnehin fehlt. Amerikaner sprechen folglich von [ˈmædəm tuˈsoʊz]; für Briten heißt die Ausstellung meist [ˈmædəm təˈsɔːdz]. Unbeachtet bleibt, dass das geschriebene ›d‹ ursprünglich keine phonetische Entsprechung hatte.

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