Donnerstag, 19. Juli 2007
Halldór Kiljan Laxness [Fester Link zum Beitrag]
Vor isländischer Phonetik kapitulieren die meisten Mitteleuropäer – ohne Grund. Die Laut-Buchstaben-Zuordnung ist relativ regelmäßig, die Betonung und die Vokallänge sind vorhersagbar. Der Name des Literaturnobelpreisträgers von 1955 beispielsweise spricht sich [ˈhaltou̯r ˈcʰɪljan ˈlaxsnɛs]. Im Isländischen gibt es keine Paare aus stimmhaften und -losen, sondern aus aspirierten und unaspirierten Plosiven. Sämtliche Nasale sowie [r], das als Trill gesprochen wird, und [l] haben stimmlose Allophone im entsprechenden Kontext. Von den sechs Buchstaben, die einen Akutakzent tragen können, stehen drei für einen Diphthong: á für [au̯], ó – wie gesehen – für [ou̯], ú für [ui̯]. Letztere phonetische Qualität nimmt ú allerdings nur vor gi bzw. gj an; ansonsten spricht man [u]. Der Diphthong [au̯] kann vor ng oder nk von einem a ohne Akzent wiedergegeben werden. Das é ist mit der Aussprache [jɛ] verknüpft, í und ý stehen beide für [i]. Der Titel von Laxness’ Romantrilogie Íslandsklukkan (1943–1946; dt. Islandglocke) spricht sich folglich [ˈiːslan̥tsˌklʏhkan]. Der Doppelkonsonant kk wird nicht als Geminate, sondern – wie pp und tt – präaspiriert gesprochen.



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